Nervenzusammenbruch am Flughafen

Heute ist es soweit. Wir fliegen nach Seattle. Standby – wie denn auch sonst. In den letzten Wochen hat mich der Gedanke daran relativ kalt gelassen. Cool wie ich bin habe ich mir einfach nicht ausgemalt, was denn passieren wird, wenn wir nicht mitkommen. Wenn wir stehen bleiben, weil die Maschine doch ausgebucht ist. Dominik hat mich zwar mehrfach gefragt, was passiert, wenn wir am Flughafen gesagt bekommen dass kein Plätzchen mehr für uns frei ist, eingegangen bin ich auf die Frage allerdings nie so wirklich. Meine Standard Antwort war „nach Seattle ist immer was frei“. Und genau das habe ich mir auch selbst eingeredet. 

Und jetzt sitzen wir hier am Gate und sind viel zu früh. Natürlich ist noch niemand hier und natürlich steigt meine Nervosität von Sekunde zu Sekunde. Und trotzdem muss ich cool bleiben. Reicht ja auch, wenn einer von uns beiden innerlich kocht. Ausnahmsweise mal nicht unseretwegen. In der ersten Stunde kann ich mich noch ganz gut zusammenreißen – den Angstschweiß, der mir den Rücken runterläuft verheimlichen. Jedoch werde ich immer hibbeliger, je mehr fest gebuchte Passagiere sich zu unserem Gate setzen. Vor Elend habe ich die Buchungszahlen auch nicht mehr gecheckt. Wieso auch – hergefahren und es versucht hätten wir so, oder so. Also interessieren die Buchungszahlen ja auch nicht.

Irgendwann kommt dann auch endlich jemand vom Check-In. Jetzt ist der Moment endlich da. Am liebsten wäre ich aus meinem Stuhl gesprungen. An den Schalter gerannt. Gefragt. Aber auch hier reiße ich mich zusammen. Play it cool! As per usuell also. Ich weiß ja, dass die Dame selbst erst warten muss, bis ihr PC hochgefahren ist. Also bringt es weder mir, ihr, oder uns etwas, wenn ich mich jetzt schon zu ihr stelle und Druck mache. Ganz im Gegenteil – ich will ja, dass sie uns irgendwie Platz in der Maschine schafft – da darf ich ihr nicht direkt auf die Nerven gehen. Mir gehen so viel Dinge durch denk Kopf…

Und ab dem Moment kann ich Dominik auch nichts mehr vormachen.

Er weiß – ich bin nervös. Lacht. Versucht mich zu beruhigen. Macht ja auch nichts, wenn wir nochmal heim müssen und morgen dann mitkommen. Macht ja auch wirklich nichts! Trotzdem hab ich keine Lust mich zurück ins Auto zu setzen und wieder in die Heimat zu fahren. Ich will doch weg! Ich will endlich in Urlaub. Nach Seattle.

Also sage ich mir nochmal. Cool bleiben. Einatmen. Ausrasten. Einatmen. Beten. Und ab an den Schalter. Der Pc der Kollegin ist nämlich endlich hochgefahren. 

Tatsächlich müssen wir noch bis zum Boarding warten. Allerdings geht es mehr um die Sitzplatzkategorie, als um das Mitkommen an sich. Von daher ist die Stunde, die wir noch warten dann auch „relativ“ angenehm. Und am Ende läuft ja auch alles gut. Wir haben zwei Plätze in der Premium Economy gebucht und auch bekommen – was mehr Platz für unsere zwei Hintern bedeutet. Der einzige Knackpunkt ist, dass unsere Plätze nicht nebeneinander sind. In der Theorie kann das eine mittlere Katastrophe sein – man will ja zusammen sein und natürlich auch nebeneinander sitzen. In der Praxis ist das für mich als kleiner Profi aber kein Problem. Auch wenn der Herr, der eigentlich neben Dominik sitzt, nicht direkt einsehen will, dass er sehr viel weniger Spaß neben ihm haben wird, als ich, kann ich ihn irgendwie doch überreden seinen Gangplatz gegen meinen zu tauschen. 

Dann endlich komme auch ich zu Ruhe!

Als wir nach kurzem Hin und Her dann endlich auf unseren Plätzen sitzen werde selbst ich ruhig. Trotzdem sind wir beide zu aufgewühlt um schlafen zu können. Ist aber auch nicht so schlimm – dank des Inflight-Entertainments vergeht die Zeit wie im Fluge. Haha! 

Kleiner Filmtipp am Rande: Schaut euch unbedingt Bossbaby an 😀

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