Da saß ich also. In Frankfurt am Flughafen. An Gate Z50 und war so nervös wie schon lange nicht mehr. Ich wusste nicht an was ich gerade mehr denken sollte oder ob ich überhaupt ans Denken denken sollte. Immer wieder der Blick auf meine digitale Boardkarte auf der nach wie vor nur ein WL* als Sitzplatzzuweisung stand und sich anscheinend niemals aktualisieren wollte um im Anschluss fragend die Gatemitarbeiter am Counter anzustarren. Auch war ich mir nicht sicher ob ich mich ausreichend von Nora verabschiedet habe. Immerhin stand Silvester vor der Tür und auch wenn ich im Vorfeld auf ziemlich cool gemacht habe und gesagt habe, dass es mir gar nicht mal so wichtig ist den Jahreswechsel mit ihr zu verbingen – doch verdammt – eigentlich wollte ich genau das! Nora war bereits auf dem Weg zur Maschine die in diesen Minuten für den bevorstehenden Flug nach Dallas vorbereitet wurde.

Es war gegen Ende November als wir darüber nachdachten ob wir Silvester zusammen verbringen werden oder nicht. Immerhin war bereits klar, dass wir zumindest schonmal Weihnachten für uns hatten. Im Flugplan stand dann aber ein Flug nach Dallas.  Was wäre denn mit mitfliegen? Die Idee klang so gut, dass wir direkt mal nach Möglichkeiten geschaut haben und nach ein wenig Recherche stand fest: Ich fliege mit nach Dallas – mit einem Weihnachts/Silvester-Spezialticket. Standby! Wenn Ihr euch jetzt fragt was Standbyfliegen heisst – lest mal fix hier nach – Nora hat das schön zusammengefasst. Von meiner Seite aus sei gesagt – witzig ist anders 😉

Weihnachten hatten wir überstanden und der Flug stand kurz bevor. Für uns hieß das dann erst mal packen und schauen wie wir was auf welche Koffer verteilen um für beide Fälle abgesichert zu sein. Wenn ihr den Artikel gelesen habt dann wisst ihr ja jetzt auch warum – mitkommen oder zu Hause bleiben standen zur Auswahl. Für einen kurzen Moment bekam Nora auch kalte Füße und die Unsicherheit war so groß, dass sie überlegte sich spontan krank zu melden. Macht man aber nicht! Und hätte sie auch niemals gemacht. Und klar war – Nora fliegt ob ich nun mitkomme oder nicht. Diese Mischung aus Freude und Unsicherheit – glaubt mir – ging uns hart an die Nerven.

Ich kam an meinem Gate an und ging zum Counter. Ich erzählte der Dame, dass ich ein F9 Ticket habe und bat sie mich auf die Warteliste für einen Sitzplatz zu schreiben – zusätzlich auch auf die sogenannte JUMP-Liste.

JUMP?!? Wer von euch schon mal geflogen ist und sich umgeschaut hat, dem ist bestimmt schon mal aufgefallen, dass sich auch die Crewmitglieder – also die Flugbegleiter/innen setzen müssen, vorallem beim Start und der Landung und für Crewmitglieder sind die sogenannten JUMP-Seats vorgesehen. Das sind meist eher unbequeme klappbare Sitze die eben für einen kürzeren Sitzvorgang vorgesehen sind. Und auf solch einem Platz kann man ebenfalls unter bestimmten Umständen mitfliegen wenn der Kaptän sein Go erteilt.

Ein weiterer Blick auf meine digitale Boardkarte verriet mir eine knappe Stunde vor Boarding meine Position in der Warteschlange. 15! Einige Minuten später dann endlich auf 13! Irgendwann auf 9. Dann war Boarding und ich stand auf Platz 5. So langsam fing ich an zu schwitzen und bereitete mich darauf vor das Gate wieder zu verlassen, Nora eine Nachricht zu schicken und ihr einen guten Flug zu wünschen. Dann waren alle in der Maschine. Bis auf mich und 3 weitere potentielle Fluggäste die am Counter standen und diskutierten aber ohne ein Ticket wieder gehen mussten. Und plötzlich hörte ich jemanden von da vorne meinen Namen rufen. Ich rannte an den Counter und nahm die freudige Nachricht und eine Boardkarte entgegen – Ich durfte auf JUMP! mit in die Machine und nach Dallas fliegen. Ich freute mich wie ein Putzeimer und rannte als letzter in die Maschine.

Ob ich/wir dann auch wirklich in Dallas angekommen sind? – Bekommt ihr bald zu lesen 🙂

Cheerio

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