– Chicago River Walk –

Ich habs getan und mir nach 4 Jahren Chicago Pause einen Flug in die Stadt gelegt. Absichtlich. Und das, obwohl ich damals meinte, ich müsste dort nicht mehr so schnell hin. Ich war absolut kein Fan dieser Metropole und das nichtmal wegen der Stadt an sich. Denn die ist irgendwie schon magisch. Ich war verunsichert wegen der Menschen dort. Natürlich nicht alle – das dürfte klar sein – aber es gab 2-3 Momente in denen ich mich echt super unwohl und alleine gefühlt habe. Momente bei denen ich dachte, ich wäre gerade im falschen Stadtteil gelandet, ohne dass ich das eigentliche Zentrum wirklich verlassen hatte. Ich war noch nichtmal falsch abgebogen, sondern wohl einfach zu weit übers Ziel hinaus gelaufen und dank meines wohl noch jugendlichen Leichtsinnes habe ich mir davor ja auch keine Gedanken gemacht.

Streets of Chicago

Damals wurde ich in einer der Gassen von zwei Männern verfolgt. Und auch wenn ich generell schon zu der Art Mensch gehöre, die sich gerne in so Dinge reinsteigert und sich dann auch mal was einreden kann, war es hier wirklich so. Irgendwann bin ich dann sogar gerannt, weil ich echt panisch wurde. Sowas ist mir seither aber auch nie mehr passiert. Ich laufe zwar immer noch überall ohne groß zu grübeln rum – gerade in den USA – aber zumindest versuche ich bei Dunkelheit nicht mehr einfach so durch Straßen zu marschieren in denen ich vorher noch nicht war. Und auch wenn ich bei meinem letzten Besuch vor ein paar Tagen etwas anderes erlebt habe, kam diese Erinnerung wieder in mir hoch, als es draußen auf einmal dämmerte. Plötzlich wurden meine Schritte wieder schneller, ich wurde unruhig und wollte nur noch zurück ins Hotel – auch wenn es diesmal lächerlich war, denn ich war eigentlich nur eine Parallelstraße von meinem Hotel entfernt und trotzdem waren in dieser Straße kaum Menschen.

– Kilwins Café am Millennium Park –

Zu meinem Unglück war aber gerade an dem Wochenende auch noch Thanksgiving und deshalb waren die Straßen dann auch gegen Abend wie leergefegt. Eigentlich wollte ich an dem Abend noch zu einem Restaurant laufen, an das ich mich noch von meinem letzten Besuch erinnert hatte. Maps Me hätte mich da mit Sicherheit auch gut hingeführt – die Realität war aber, dass ich zurück in mein Hotel gewalkt bin und mir in der Lobby unten eine Portion Humus mit Brezeln und ein Sandwich geholt hatte. Und da saß ich dann und hoffte, dass ich diese Erinnerung in der Stadt irgendwann wieder loswerden würde und es voll genießen könnte. Denn wie man auf den Bilder sieht, ist es hier wirklich schön. Vor allem, wenn man sich für die Architektur und Kunst in sämtlichen Teilen interessiert.

– Cloud Gate – auch The Bean genannt –

Was man ansonsten hier macht? Ich hab damals mit einer ganz gewöhnlichen Hop On Hop off Tour begonnen. So lange man hier nämlich nicht vom Flughafen aus kommt, ist in der Stadt auch nicht ganz so viel Verkehr – dann macht das auch Spaß und man hört etwas über die Geschichte der einzelnen Highlights. Wer aber wie ich, auch super gern sehr viel zu Fuß unterwegs ist, der kann das Ganze natürlich auch alles ablaufen – dann aber ohne Geschichte. In beiden Fällen sollte man sich den Millennium Park ansehen. Hier kannst du dann auch direkt „Cloud Gate – The Bean“ bestaunen. Das Teil gehört vermutlich genau so zu einem ordentlichen Besuch in Chicago dazu, wie ein Stück der traditionellen Pan Pizza. Und wenn du eventuell vor 8 Uhr schon da bist, dann hast du den Platz und das spiegelartige Ding sogar für dich alleine. Der Park war vor 4 Jahren noch nicht so spektakulär und ist das auch jetzt noch nicht. Zumindest nicht im Winter – und vermutlich wäre es bei uns auch eher ein Platz, als ein Park. Aber who cares… es war trotzdem schön dort.

Direkt nebenan ist auch das Art Institute of Chicago. Das lohnt sich sogar an einem sonnigen Tag! Wer die beiden Dinge abgehakt hat, der kann sich dann an einen der Stände in der Stadt zum Lunch begeben – auch wenn das je Jahreszeit irgendwie komisch ist. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich vorher noch nie im Winter an einem Strand war und den Anblick deshalb nicht gewohnt bin. Für mich war der Strand mein Lunchspot, weil es direkt um die Ecke vom Pier einen Whole Foods gab – und der Laden ist überall mein ungeliebtes Hobby. Wenn du den Supermarkt nicht kennst – geh am Besten nicht hin. Ich geb dort immer viel zu viel Geld aus und theoretisch könnte man teilweise auch besser in einem richtigen Restaurant essen.

Ob ich nochmal aufs John Hancock Observatory müsste, kann ich nicht genau sagen. Wohl eher nicht. Ich habs aber auch nicht mit Höhen und auch wenn ich es eigentlich mag, wenn ich etwas auch von Oben betrachten kann, ist es mir meist zu teuer. Und wie gesagt – das muss jeder für sich entscheiden. Ich fands schöner am Buckingham Brunnen zu stehen und „Love and the Marriage. Love and marriage, They go together like a horse and carriage. This I tell you, brother. You can’t have one without the other“ zu summen und an Al Bundy zu denken und in mich reinzuschmunzeln.
– Magnificent Mile –

Einen Besuch in einer Stadt ohne die Shoppingmeile zu besuchen, das gibt’s bei mir nicht. Das gehört einfach zu jeder Reise dazu… und auch in Chicago kann man gut Geld loswerden. Hier gibt es alles, was man sucht und mehr. Die Magnificent Mile musst du dir so vorstellen: Es sind die verschiedensten Läden nebeneinander und dazwischen, in den riesigen Gebäuden noch zahlreiche Shopping Malls. Man kann also gut und gerne mehrere Stunden sowohl drin, als auch draußen verbringen. Auch an Restaurants und Cafés mangelt es nicht. In den Seitenstraßen findet man übrigens dann meist auch noch versteckte Läden und zudem sind da auch die ganzen Supermärkte. Wie gesagt – ich bin bekennender Fan von Supermärkten, also habe ich mir oft einfach einen Snack bei Trader Joes, oder ähnlichem geholt um mich gestärkt weiter dem Kaufrausch widmen zu können.

TIPP: Wenn du am Flughafen stehst und dich fragst, wie du am Besten in die Stadt kommst, dann kann ich dir auch nur die Metro empfehlen. Wir werden ja immer direkt am Airport abgeholt wer aber zur Rush Hour ankommt, der hat verloren. Wir haben fast 2 Stunden gebraucht bis wir endlich am Hotel ankamen. Schrecklich

1 Comment

  1. Oh, deine Reisen klingen immer so interessant. Naja, bis auf die negativen Erfahrungen natürlich. Aber so etwas kann einem ja leider passieren. Ich bin ein eher ängstlicher Mensch, obwohl ich eigentlich noch nie etwas wirklich Schlimmes erlebt habe. 🙂
    Meine Eltern amüsieren sich darüber ab und an. Sie sind in Lissabon sehr knapp einem Raubüberfall entgangen. Mamis Schuld, weil sie immer jede Gasse erkunden muss. Ich war noch nicht geboren und sie waren mit meinem großen Bruder unterwegs. Seitdem trägt Papi keine Nikon Fototasche mehr und Mami rennt nicht mehr überall lang. Aber diese Erfahrung hat sie doch einige Jahre beschäftigt.
    Ich hätte gar nicht gedacht, dass Chicago so cool aussieht. 🙂
    LG Charli

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