Seattle – Pike Place Market

DEAR SEATTLE

Dass du und Vancouver meine persönlichen Favoriten sind, überrascht dich vermutlich nicht mehr. Und wenn es nach mir gehen würde, dann würde ich wohl nur noch euch beiden anfliegen. Aber auf mich hört ja niemand so wirklich und leider macht da auch mein Arbeitgeber keine Ausnahme. Vielleicht ist das auch gut so, denn so freue ich mir jedes Mal schon bei der Planveröffentlichung ein Loch in den Bauch, wenn ich tatsächlich zurück an die Westküste fliegen darf. Wenn man meine ganzen Aufenthalte zusammenzählt, dann war ich jetzt bestimmt auch schon fast 2 Wochen hier und trotzdem finde ich immer etwas Neues von dem ich ja auch einfach mal berichten könnte.

Vielleicht weckt das ja dein Reisefieber oder ich kann dir damit bei deinem Trip in den Westen helfen! Da ich immer nur ganz kurz hier bin, dachte ich, ich beschreib einfach mal von meinen perfekten Tag und was ich so mache, wenn ich die Stadt nicht verlassen will.

DAYTRIPPIN‘

Da mein perfekter Tag auch hier mit einem leckeren Kaffee beginnt, hab ich mich direkt auf die Suche nach etwas Besonderem gemacht. Gefühlt gibt es in Seattle an jeder Ecke ein Café – und das auch wenn man Starbucks aber von der Liste streicht! Die Kette hat ihren Ursprung hier in Seattle und trotzdem konnte ich den Hype noch nie ganz nachvollziehen. Ich fühle mich einfach besser in einem kleinen, charmanten Café aufgehoben, als in den immer gleich aussehenden Filialen von Starbucks – was nicht heißen soll, dass man sich den einzigen, der wirklich noch anders aussieht nicht ansehen sollte. Aber dazu komme ich später. Dank einer Kollegin habe ich das Moore Café entdeckt. Nicht nur dass ich dort auch meine geliebte Matchalatte (+ den besten Kaffee) bekomme – hier wird mir sogar noch ein süßen Katzenbild in den Schaum gemalt. A Catladies dream! Aber es geht dort nicht nur um die Kunst des Milchschaumes, denn auch das Frühstück in dem Laden ist sensationell. Von deftigen bis zur süßen Waffel, Sandwiches und sonstigen Snacks ist dort für jeden etwas dabei. Und wer noch nie etwas mit Peanutbutter& Jelly probiert hat, ja für den wird es spätestens jetzt Zeit!

Nach dem Frühstück ruft auch schon die erste Sehenswürdigkeit, obwohl sich das hier auch nicht so schlimm touristisch anfühlt. Dieser Spot wird nämlich auch von den Einheimischen besucht. Am Pike Place Market schlendere ich super gerne rum – auch wenn ich glaub noch nie etwas gekauft habe, gefällt mir einfach das Ambiente. Es gibt zwei Dinge, die diesen Ort besondern machen und einer davon hat sogar etwas mit Fisch zu tun. Am Pike Place Market bekommt man nämlich fangfrischen Fisch verkauft und „fangfrisch“ ist hier Doppeldeutig. Die Jungs am Marktstand werfen sich die Fische nämlich zu und machen eine Show aus der Sache. Jedes mal bin ich fasziniert und das, obwohl ich Fisch ja absolut nicht mag. Das zweite Highlight ist auch schon die nächste Sehenswürdigkeit. Denn direkt bei Pike Place Market ist auch die berühmte Gumwall.  Und wer das noch nicht gesehen hat, der ekelt sich jetzt eventuell erstmal. Aber kaum dort, ist man von der Straße, die von gekautem, bunten Kaugummi verziert ist, fasziniert. Aber jetzt höre ich auch auf mit den ekelhaften Dingen und bringe euch runter ans Meer! (oben am Pike Place findet man übrigens auch die aller erste Starbucksfiliale – wer also doch neugierig ist sollte dort noch einen Blick hineinwerfen, bevor es unter ans Wasser geht!) Dafür würde ich an den Secret Gardens vorbeilaufen – denn was wäre ein Farmers Market ohne lokale Produkte direkt aus der Stadt! Tatsächlich wachsen hier Tomaten und anderes Gemüse und zudem erhascht man den ersten Blick auf das Riesenrad und das Wasser. Spätestens jetzt hast vermutlich auch du dich in diese Stadt verliebt. I Promise!

Kunst am Pike Place Market in Seattle

Aber noch bevor ich ans Pier gehen, würde ich – wie jedes Mal – in den Antiquitätenladen reinspazieren. Der gehört für mich auch zu jedem Trip nach Seattle dazu. Und wenn ich könnte, würde ich mich dort an Besonderheiten eindecken und sie alle mit nach Hause nehmen. Leider geht das nicht… Nach dem kurzen Ausflug in die Vergangenheit führt mich mein Weg dann jedes Mal an Seattles Great Wheel – das Riesenrad am Wasser. Ich bin damit noch nie gefahren. Aber vielleicht mache ich das, wenn Dominik im Mai mit mir durch den Westen fährt. Wer kein Problem mit Höhen hat, für den ist das Riesenrad keine Hürde und vielleicht seht ihr ja von Oben auch etwas Spannendes im Wasser. Da die Umgebung die Heimat mancher Walarten ist, verlassen meine Augen generell nie die Wasseroberfläche – auch wenn es eher unwahrscheinlich ist hier einen zu sehen. Wer etwas länger in der Stadt ist, der kann auch noch an einer Whalewatching Tour mitmachen – für die reicht es aber heute nicht!

Seattle – The Great Wheel

Unten am Wasser gibt es neben zahlreichen Souvenirshops auch Restaurants. Ich persönlich bin meist noch vom Frühstück gestärkt von daher kann ich da unten nicht wirklich etwas empfehlen. Was ich absolut nich empfehlen kann, ist eine Bootsfahrt entlang der Küste. Diese Touristenattraktion kann man sich wirklich sparen, auch wenn man einen schönen Blick auf die Skyline hat, lohnt sich das meiner Meinung nach nicht wirklich. Und die Skyline sieht man später noch aus einer ganz anderen Perspektive.

Als nächstes würde ich mich in Richtung Pioneer Square aufmachen. Das ist Seattles ehemaliger Stadtkern und hier findet man an so vielen Ecken hübsche Dinge. Besonders finde ich vor allem die Architektur und die ganzen kleinen Läden. Wer abseits der großen Ketten wie Zara, H&M, Urban Outfitters und Co etwas ausgefallenes kaufen möchte, dem würde ich die Gegend ans Herz legen. Nach der kleinen Tour durch die Shops würde ich dann zu einem meiner Highlights der Stadt bzw. unter die Stadt gehen und an einer Underground Tour teilnehmen. Hier bekommt man dann nämlich auch wirklich etwas über das ehemalige Seattle erzählt und gruselig ist es auch noch! Empfehlenswert in der Gegend ist das Café Zeitgeist und witzig der Berlin Döner mitten in Seattle.

Wer das dann alles geschafft hat und noch nich genug gesehen hat, für den würde ich dann noch – finally – eine der wohl bekanntesten Attraktionen in Seattle empfehlen. Allerdings würde ich das auch wirklich nur Abends – wenn die Sonne untergeht empfehlen. Da hat man wohl den besten Blick auf die Stadt und dann macht die Aussichtsplattform vom Space Needle auch wirklich spaß. Wenn so langsam die Lichter in der Stadt angehen und es Dämmert. Wirklich nur dann, sollte man hochfahren. Falls du diesen Moment schon verpasst hast – mach es morgen! Um den Tower herum sind übrigens noch drei weitere „Attraktionen“ eines davon ist das EMP Museum, was uns damals irgendwie nicht so wirklich beeindruckt hatte und das obwohl wir uns so auf die Ausstellung gefreut hatten. Klar – man kann sich dort über die Geschichte von Nirvana, Jimmy Hendricks und Co informieren, aber leider fanden wir die Umsetzung nicht so spannend. Was toll ist, ist das Gebäude. Und das sollte man sich auf jeden Fall ansehen! Leider gings uns ähnlich mit dem Chihuly Garden and Glass Museum. Aber hierfür hatten wir uns auch von Anfang an nicht interessiert – aber dank der Freikarten war ich dann trotzdem drin. Im Pacific Science Museum kann man aber wiederum einiges lernen.

Zum Schluss geht es für mich hier in Seattle dann immer zu Veggy Grill. Hier gibt es ausschließlich vegane Leckereien und das so unglaublich lecker, dass ich mir den Tag herbeiwünsche an dem die Kette endlich nach Berlin kommt. Von Mac&Cheese, zu Burgern und Kartoffelbrei mit Gravy gibt es da alles was man schon lange nicht mehr gegessen hat. 🙂

Was für mich zum perfekten Tag in Seattle noch dazu gehört, ist Free Willy. Deshalb endet mein Tag hier immer mit einem der Filme im Hotelzimmer.

Falls du tatsächlich einen Urlaub durch die USA planst, kannst du mich gerne nach Tipps fragen. Da ich früher bei TourConsult – einem Reiseveranstalter für Nordamerika gearbeitet habe, kenne ich mich fast überall hier aus!

Nora

2 Comments

  1. Liebe Nora,
    sehr cooler Post. Als wir über Seattle nach San Francisco geflogen sind, haben meine Eltern auch festgestellt, dass dies eine Stadt wäre, die wir unbedingt mal besuchen müssten. Und dein Bericht zeigt eindeutig, dass dies eine gute Idee ist. Wenn nur nicht der lange Flug wäre, der hat mir wirklich zu schaffen gemacht.
    Aber die Westküste ist schon toll. New York war ja nicht so meins, die Menschen dort habe ich als sehr unfreundlich und gehetzt empfunden. Kam aber vielleicht auch daher, dass wir vorher diese entspannte Stimmung in Kalifornien hatten.
    Wenn wir dann wieder einen Tripp planen, werde ich auf jeden Fall bei dir fragen, was wir nicht verpassen dürfen. Aber ich plane ja gerade mein Auslandsschuljahr in Südengland, da wird der nächste Sommerurlaub etwas kleiner ausfallen. 🙂

    Liebe Grüße
    Charli

  2. Hi Charli,

    also jetzt mal for real – unter uns: Seattle ist der absolute Wahnsinn! Aber nicht nur wegen Seattle an sich, sondern weil vermutlich jeder der dort hin fliegt auch in der Ecke seine Zeit verbringt. Zumindest jeder Tourist. Und das drum rum ist nicht nur auf Bildern perfekt, sondern haut einen jedes mal aufs neue um. Alles sieht fast schon surreal aus und wirkt wie verzaubert. Auf meinen Bildern habe ich das nicht so wirklich eingefangen, aber was ich hier auch grandios finde ist, dass das Leben irgendwie draußen stattfindet. Die Menschen haben Hobbys und nicht nur die Arbeit und die Konkurrenz im Kopf – und das merkt man. In New York kann man einfach nicht nach der Arbeit ne Runde Kanu fahren, oder sich die Ski aufs Auto packen um in einer Stunde auf irgendeiner Piste zu stehen. Klar kann ich das in Berlin auch nicht zwingend und bin deshalb auch kein unfreundlicher Vollpfosten, aber man merkt schon dass es die Menschen einfach entspannt und glücklich macht. Und auf dieses Phänomen trifft man in Kalifornien eben auch – nur irgendwie noch besser, weil hier alles sehr viel kleiner ist! Man kann hier alles zu Fuß erkunden, ähnlich wie auch in San Francisco. Wenn deine Eltern also wirklich nochmal in die USA fliegen sollen, oder du – ich glaube von der Ecke werdet ihr nicht enttäuscht werden. Schon 3x nicht, wenn man selbst gerne aktiv ist.

    Ein Auslanddschuljahr hätte ich auch gerne gemacht. Leider ist der Zug bei mir schon abgefahren. Auch wenn deshalb der Sommerurlaub kleiner ausfallen wird, machst du damit alles richtig. Ich bin gespannt, was du davon berichten wirst – aber schon alleine wegen der persönlichen Entwicklung kann es nur positiv ausfallen.

    Danke, again!
    Nora

Write A Comment

*