Irgendwie hats mich jetzt doch langsam erwischt. Vor ein paar Tagen saß ich noch daheim und war genervt. Ich hatte schon wieder zum dritten mal in einem Jahr dieses Osaka im Plan und dann auch noch als ersten Flug nach meinem Urlaub. Klingt jetzt vermutlich für jeden der nicht fliegt furchtbar überheblich und doof, aber auch wir haben gewissen Präferenzen beim Fliegen und wenn dein Flugplan so absolut nichts von dem gewünschten drin hat – dann kann das schon kurz die Laune beeinflussen.

Aber da lässt sich dann schlecht etwas daran ändern und zum Tauschen wars zu spontan. Also hab ich das eben durchgezogen und sitze jetzt schmunzelnd hier im Hotel und denke nochmal über meine letzten beiden Tage nach. Ich muss mir wirklich eingestehen, dass es nach dem dritten Anlauf ganz geil war. Das einzige was mich auch jetzt noch etwas nervt ist dieses „verloren sein“. Ein verloren sein, dass ich aus anderen Ländern eben nicht kenne und mich dann leicht aus der Bahn wirft, wenn es denn dann soweit ist.

Man kann sich das glaube ich nur vorstellen, wenn man selbst schon in einem Land war, in dem man weder die Sprache noch die Schrift versteht. Wenn du dich dann noch in einer Gegend rumtreibst, in der die Einheimischen kein Englisch sprechen, dann fühlt man sich ganz schnell furchtbar klein und ich persönlich denke mich dann immer wieder in die Kindheit zurück. Als Mama und Papa noch alles geregelt haben und man einfach mit einem Eis in der Hand hinterher spazierte. In so Momenten würde ich am liebsten einfach „MAMA. PAPA. WO SEID IHR UND WO IST MEIN VERDAMMTES EIS“ schreien.

Aber auch das würde mir in den Situationen eher nicht weiterhelfen. Wifi in der Regel aber schon und glücklicher weise lebe ich in einem Zeitalter, in dem der nächste Starbucks meist nicht sehr weit entfernt lauert. Der Satz tut zwar irgendwie auch weh, aber in der Realität – also als Fremder im Ausland – ist auf das kostenlose WIFI einfach verlass.

Allerdings haben aber weder das Internet noch mein Gefühlschaos dazu beigetragen, dass ich jetzt doch anders über Japan denke.

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