Herzlichen Glückwunsch – Sie wurden zum AC eingeladen. Und nein – AC bedeutet nicht Air Canada. So war ich das die letzten 5 Jahren nämlich gewohnt. AC Bedeutet Assessment Center und dahin wird man eingeladen, wenn man die ersten Schritte geschafft hat und sich für die nächste Etappe qualifizieren konnte.

Ob ich Angst hatte? Zu Beginn – Definitiv. Ob man Angst haben sollte? Absolut nicht. Nagut, einschüchternd ist es schon, aber ich denke das ist so ziemlich jedes Bewerbungsgespräch. Vor allem wenn man sich bei einem so großen Konzern bewirbt. Die Damen vor Ort erscheinen einem dafür umso freundlicher. Theoretisch hätte man das ja fast schon erwarten können. Die meisten davon sind in der Vergangenheit selbst geflogen und da lernt man ja angeblich, wie man andere Menschen auf eine angenehme Art behandelt – so dass Sie sich eben wohlfühlen. Kombiniert mit einem Hauch Glück und einer Portion Selbstbewusstsein und schon ist der Tag auch wieder vorbei.

Was mir bei dem Bewerbungsgespräch am meisten gefallen hatte war eigentlich, dass man nicht auf sich alleine gestellt ist. Man zieht das irgendwie im Team durch und an Konkurrenz ist absolut nicht zu denken. Die Mädels trifft man gleich im Eingangsbereich des AC’s und das hat mich irgendwie sehr beruhigt. Ich würde schon alleine deshalb empfehlen früher dort zu sein. Klar, die Eine hat sich etwas mehr vorbereitet als die Andere, aber so läuft das ja bei allen Prüfungen und da sollte man sich einfach nicht verrückt machen lassen. Schon bevor es losgeht, fühlt man sich verbunden und ich denke wer genau auf diese „Verbundenheit“ keine Lust hat, der hat sich vielleicht den falschen Job rausgesucht.

Wenn es dann endlich losgeht wird man in einem Raum geführt. Bei uns war direkt der Test dran. Ich denke der ging ca. 30 Minuten und ist in der Zeit auch gut zu schaffen. Es gibt einen Teil bei dem man etwas vorgelesen bekommt und einen bei dem man einen Text lesen muss. Bei beiden werden anschließend Fragen beantwortet (Multiple Choice). Zudem gibt es Fragen zur Grammatik. Zeiten, Präpositionen und Synonyme – das sind die Dinge, die man sich auch vorher nochmal ansehen könnte.

Gleich im Anschluss gibt es Tee und Wasser und man kann sich wieder mit den anderen unterhalten. Bei uns gesellte sich hier auch eine Dame hinzu die wir über den Job und Ihre Erfahrungen ausquetschen durften. Das war irgendwie witzig, weil man auch hier schon merkte, wie jeder anders über das Fliegen denkt. Während man sich unterhält wird eine nach der anderen zum Einzelgespräch abgeholt. Das Erste ist noch ein weiterer „Test“ und die Unterhaltung läuft komplett auf Englisch. Ich wurde nach Tattoos und Piercings gefragt. Zudem wollte Sie wissen ob ich mir schwierige Situationen während eines Fluges vorstellen könne. Wenn beispielsweise in fremde Kulturen geflogen wird. Und von welchen Strecken ich generell denke sie können schwieriger sein. Joa. Das war mein liebster Teil. Ich liebe es mich auf Englisch zu unterhalten, also fiel mir das auch relativ leicht.

Direkt im Anschluss musste ich dann noch zum „richtigen“ Bewerbungsgespräch welches aber auch echt locker war. Im Gegensatz zu den anderen musste ich mich keinem Rollenspiel stellen und hatte ein tolles Gespräch mit meiner der Dame, die mir gegenüber saß. Es ging um meinen letzten Job und meinen Lebenslauf. Wir unterhielten uns dann noch über den Ablauf in der Maschine und ob ich dafür bereit wäre nach Frankfurt zu ziehen. Sie schüttelte mir die Hand und irgendwie hatte ich schon da  ein gutes Gefühl. Am nächsten Tag hatte ich auch sofort eine Mail im Postfach. Ich wurde eingeladen um direkt im Januar an der Schulung teilzunehmen. Mal sehen, wie das so wird.

Jetzt bin ich wirklich nervös!

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